Veranstaltungen




Im Rahmen des Studienprogramms „Transformation gestalten“ werden verschiedene Begleitveranstaltungen angeboten. In praxisnahen Workshops, Planspielen und Fallstudien sowie in Diskussionen mit Expert/inn/en lernen die Teilnehmenden, Nachhaltigkeitswissen und -kompetenzen auszubilden. Die Veranstaltungen bieten den Teilnehmenden zudem ein Forum für den gemeinsamen inter- und transdisziplinären Austausch.

Aufttaktveranstaltung zum Studienprogramm

button_transformation_1

17. Juni 2013, Berlin

Die Auftaktveranstaltung bildet den offiziellen Startschuss des Programms. Vorträge zu den Themen “Transformationsforschung” und “Bildung für nachhaltige Entwicklung” mit Dr. Inge Paulini, Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), und Prof. Dr. Heike Molitor, Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE), führen in die zentralen Aspekte des Programms ein. Anschließend präsentieren die Projektgruppen ihre Projektideen und diskutieren sie mit den Gästen.

 

Workshop 1: Transdisziplinäre Projektarbeit

button_0000_Programm-1          button_0004_Bericht-1

14. bis 16. Juni 2013, Berlin

Der erste Workshop bietet zum einen eine Einführung in das Thema Transdisziplinärität in der Projektarbeit und widmet sich zum anderen intensiv der gemeinsamen Projektarbeit und -entwicklung mit der Methode des Design Thinking.

Mit dabei sind:

  • Prof. Dr. Christoph Gengnagel (Universität der Künste Berlin) ist Projektleiter der Hybrid Plattform, einem Netzwerk und transdisziplinärem Projektlabor für Grenzgänger und Querdenker.
  • Lisa Zoth und Manuel Ott (Dark Horse) führen in die Methode des Design Thinking ein.

Veranstaltungsbericht von Niels Pollmann, Stipendiat im Programm „Transformation gestalten“

Workshop 2: Klimawandel

button_0001_Programm-2          button_0005_Bericht-2

25. bis 27. Oktober 2013, Berlin

Der zweite Workshop bietet einen Einstieg in das Schlüsselthema „Klimawandel“ mit Input-Referaten, Diskussionen und Gruppenarbeiten. Ein Szenarien-Workshop zum Climate-Engineering rundet das Programm ab.

Mit dabei sind:

  • Carl Friedrich Schleussner, Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)
  • Dr. Daniel Klingenfeld (PIK, Climate-KIC)
  • Britta Bookhagen, Dr. Thomas Bruhn, Dr. Achim Maas und Dr. Harald Stelzer vom Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS Potsdam)

Veranstaltungsbericht von Sebastian Levi, Stipendiat im Program „Transformation gestalten“

Workshop 3: Internationale Agrarpolitik

button_0002_Programm-3     button_0006_Bericht-3

17. bis 19. Januar 2014, Berlin

Der dritte Workshop behandelt das Themenfeld Internationale Agrarpolitik mit dem besonderen Schwerpunkt Ernährungssicherheit. Neben Input und Gruppenarbeiten wird ein Besuch der Internationalen Grünen Woche und ein Planspiel Stakeholder-Workshop angeboten. Zur Reflexion und Unterstützung der Projektgruppenarbeit steht zudem das Thema Diversity-Management in der Projektarbeit auf dem Programm.

Mit dabei sind:

  • Dr. Aranka Podhora, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
  • Tobias Reichert, Germanwatch
  • Benjamin Luig, Misereor
  • Anne-Gela Oppermann, Beraterin und Trainerin für Diversity- und Personalmanagement
  • Aliyeh Yegane-Arani, Diversity-Trainerin
  • Dr. Constance Reif, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)
  • Dr. Hannes König, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF)

Veranstaltungsbericht von Lisa Stehr, Stipendiatin im Programm „Transformation gestalten“

Workshop 4: Gesellschaftliche Transformation

button_transformation_4      button_transformation_8

20. bis 22. Juni 2014, Berlin

Der vierte Workshop widmet sich dem Thema „Gesellschaftliche Transformation“. In Transformations-Labs zu digitalen Innovationen, nachhaltigem Wirtschaften und transformativer Stadtplanung werden verschiedene Aspekte der gesellschaftlichen Transformation aus theoretischer und praktischer Perspektive beleuchtet. Im Anschluss wird den Projektarbeiten ausgiebig Zeit eingeräumt.

Mit dabei sind:

  • Prof. Dr. Harald Welzer, Stiftung FuturZwei
  • Moritz Eckert, betterplace.org
  • Sabrina Löhr, Posteo
  • Jana Gebauer, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
  • Dr. Eckhart Hertzsch, Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, Geschäftsfeld „Morgenstadt“
  • Peter Schmidt, BürgerEnergie Berlin

Veranstaltungsbericht von Markus Schmidt, Stipendiat im Programm “Transformation gestalten”

Abschlussveranstaltung

button_transformation_abschlussv

transformation_0306Abschlussveranstaltung des Studienprogramms „Transformation gestalten“ am 10.10.2014

Wie Studierende die Große Transformation gestalten
Am 10. Oktober 2014 fand in der Heinrich-Böll-Stiftung die Abschlusspräsentation des Studienprogramms „Transformation gestalten“ des Studienwerks statt. Vier Projektgruppen präsentierten Initiativen, die unternehmerisches Know-How für nachhaltiges Wirtschaften vermitteln, die Bewusstsein für Ressourcenverschwendung schaffen und grüne Orientierung im Konsumdschungel geben. Reinhard Loske von der Universität Witten-Herdecke hielt einen Vortrag über die „Dritte Transformation“ als Abkehr vom traditionellen Wachstumsmodell. Nursemin Sönmez und Ulla Siebert vom Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung, fassten Erkenntnisse aus der Programmevaluation zusammen und betonten die erfreulichen Outcomes sowie Lernerfolge auf Ebene der Studierenden.

 

Vier Projekte für die Große Transformation im Kleinentransformation_0033
An dem Studienprogramm nahmen 24 Studienstipendiatinnen und – stipendiaten von acht Begabtenförderungswerken teil. Die realisierten Projekte sind so vielfältig wie die personelle Auswahl des Studienprogramms: So traf die von der Friedrich-Naumann-Stiftung geförderte Geografin auf den Politikwissenschaftler vom katholischen Cusanuswerk und auf den Chemie-Studenten des Evangelischen Studienwerkes Villigst. Unter Federführung der Heinrich-Böll-Stiftung hatten die Studierenden anderthalb Jahre Zeit ihre Ideen für die „Große Transformation“ in die Tat umzusetzen. Welche Projekte haben die jungen Change Agents auf den Weg gebracht? Um die webbasierte „Karte von morgen“, die Orte in der Umgebung zeigt, die Gemeinschaft fördern und langfristig glücklich machen, wurde das gleichnamige soziale Unternehmen gegründet.

Für Menschen, die Fabrication Laboratories (Fablabs) und urbane Gärten bauen wollen, wurde die Enzyklopädie spiel*raum editiert. Unter dem Motto „Start Sustainable“ lud eine Stipendiat/inn/engruppe junge Entrepeneure und Entrepreneurinnen ein, Nachhaltigkeit im Businessplan sowie in Produktions- und Lieferketten zu lernen. „Start Sustainable“ soll als betriebliches Weiterbildungsangebot fortgeführt werden. Das vierte Projekt „WasserWeg(e)“ ist eine mobile Ausstellung, in der gezeigt wird, wie viel Wasser, so genanntes „verstecktes“ und „virtuelles Waser“ in unseren Nahrungsmitteln steckt. „WasserWeg(e)“ ist ein Bildungsprojekt und soll zum kritischen Nachdenken über das eigene Konsumverhalten anregen. Von den Initiativen und den Präsentationen waren Initiatorinnen und Publikum sehr angetan, wie Applaus und interessierte Nachtfragen zeigten.

Buchcover_SpielRaumTeilnehmertransformation_016504.Imagebild_tropfen-wachsen2

 

 

 

 

transformation_0294Diversity und Interdisziplinarität für die Nachwuchskräfte von morgen
Ulla Siebert erklärte, dass im Studienprogramm großer Wert auf Diversity gesetzt wurde, Diversität in fachlicher Hinsicht und in weltanschaulicher Hinsicht: „Diese Heterogenität war für uns ein Experiment. Wir wussten nicht, ob das funktionieren würde.“ Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten, dass sie diese Diversität von wissenschaftlichen Disziplinen, politischen Ansichten und Wertvorstellungen gut handhaben konnten. Etwaige Meinungsverschiedenheiten wurden als produktiv empfunden. Über den Tellerrand der eigenen Disziplin und des eigenen Begabtenförderungswerkes hinaus zu kommen, wurde als klarer Lernzuwachs gewertet. Insofern scheint im Mikrokosmos des Studienprogramms „Transformation gestalten“ ein großer Anspruch der Initiatorinnen aufgegangen zu sein. Nursemin Sönmez, Programmleiterin von „Transformation gestalten“, fasste diesen so zusammen: Zukünftige Fach- und Führungskräfte sollen befähigt werden, vernetzt zu denken und unterschiedliche Fachperspektiven zusammen zu bringen. Sie sollen weltanschauliche, kulturelle und habituelle Unterschiede aktiv nutzen, um Transformation zu gestalten, gemeinwohlorientierte und allgemein akzeptierte Lösungen zu finden.

transformation_0154Grünes Wachstum, kein Wachstum oder die Quadratur des Kreises?
Der Vortrag von Prof. Dr. Reinhard Loske, ehemaliger Bundestagsabgeordneter von Bündnis90/Die Grünen und heute Professor für Politik, Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik an der Universität Witten/Herdecke, war ein Grundkurs in eben diesen Disziplinen. Reinhard Loske befürchtete damit „Eulen nach Athen zu tragen“, wie er selbst zwei Mal sagte. Vielmehr aber hörte das Publikum aufmerksam zu. Reinhard Loske referierte über die Möglichkeit der Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch. Dass eben dies gelingen könne, wenn man mit der Produktivität der Natur arbeite, mit erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffen, ist ja die Überzeugung von Apologeten des „Grünen“ oder „Intelligenten Wirtschaftswachstums“. Reinhard Loske hielt dagegen, dass es für die absolute Entkopplung von Wirtschaftswachstum und schädlichen Umweltauswirkungen – etwa zunehmende Produktion bei sinkenden CO2-Emissionen – kaum empirische Beweise gebe.

transformation_0372Die anschließenden Kommentaren und Nachfragen zeigten, wie reflektiert die Studierenden über die Postwachstumsgesellschaft, die Integration von Effizienz- und Suffizienzstrategien sowie über die politische und private Gestaltung der „Großen Transformation“ denken. Indem Reinhard Loske über die Notwendigkeit sozialer Innovation für die „Großen Transformation“ oder auch für die De-Growth-Gesellschaft sprach, wurde ein inhaltlicher Bogen zu den Projektgruppen und zum Konzept von „Transformation gestalten“ gespannt.